Mit meinem auf einem Mountainbike-Rahmen aufgebauten Reiserad, wie immer bepackt mit Zelt, Kocher und allem was man braucht, um unabhängig reisen zu können, habe ich dieses Jahr eine Rundreise durch dieses schöne, einsame Land unternommen.

Karte mit eingezeichneter Reiseroute.
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Stausee bei Giumri über den Karachac-Pass Alles klar! über den Sevanpass

auf dem Sevanpass Räucherfisch am Sevansee Sevansee mit Gegamgebirge

Bad im Sevansee Abends am Sevansee Zeltlager am Vorotanpass Kloster Tatev

bei Gago in Tatev Felsen bei Goris Strecke Tatev-Kapan Höhlenwohnungen in Tegh

im Süden Zeltplatz bei Saravan im Arpa-Tal Muttergotteskirche bei Areni

Armeniens Schätze bei Kaghrashen/Berg Ararat Strecke Kaghrashen-Garni

Strecke Kaghrashen-Garni höllenschwere Abfahrten
Rande der Azatschlucht Hinweis beachtet! Basaltfelsen Azatschlucht Sonnentempel Garni

Kloster Geghard Kloster Geghard Ararat-Kognak-Fabrik Persische Moschee in Jerevan
Auf der letzten Seite meines Tagebuchs habe ich als Fazit folgendes notiert:
Abenteuerliche Reise durch einsame Traum-Landschaften. Zelten fast nirgends ein Problem.
Ortschaften und selbst die grossen Städte (ausser Jerevan) sind total heruntergekommen, die Leute völlig verarmt. Die Strassen und Pisten sind überwiegend in katastrophalem Zustand.
Die Versorgung mit Lebensmittel auf einfachem Niveau ist bei vorausschauender Planung kein Problem. Im südlichen Landesteil häufig lange Etappen ohne Trinkwasser.
Fast überall sehr wenig Verkehr, selbst auf der Hauptverbindung Jerevan – Iran nur mässiger Betrieb.
Das Wetter im Sommer heiss uns sonnig. Schatten gibt's nur im Nordosten und äussersten Süden.
Radfahrer (inländische) habe ich nur an einem einzigen Ort angetroffen, Reiseradler- ausser 3 Deutschen - keine.
Die Topographie verlangt top Kondition und Hitzeverträglichkeit, es gibt - ausser entlang des Sevansees- keine Flachetappen. Drei oder vier 2.000-er-Pässe an einem Tag, über z.B. 70 Km, sind die Regel.
Beständig weht ein starker Wind, oft in Sturmstärke, über das kahle, ungeschützte Land. Meist heisst das kämpfen gegen den Wind.
Restaurants oder Cafès gibt es unterwegs keine, auch nicht in grösseren Städten. Kochausrüstung zur Selbstversorgung ist unerlässlich.
Für Einsamkeit und Natur liebende Reiseradler, die Kondition und Erfahrung mitbringen, gibt es in diesem Land viel zu entdecken.
Einige Fakten zum Land:
Einwohner: ca. 3 Millionen (Diaspora 7 Mill.), davon Eriwan 1,2 Millionen.
Fläche: 30.000 qkm (ca. wie Baden-Württemberg)
Pro-Kopf-Einkommen: durchschnittlich 63 Euro monatlich.
Durchschnittliche Höhe: 2.000 m
Höchster Berg: Aragats (4.095 m)
50% des Landes ist Gebirge.
Der Sevansee ist einer der höchstliegenden Seen der Welt (2.000 m.ü.d.M. / Fläche 1.400 qkm)
August 2006
P.S.: Mit den Strecken Tatev – Kapan und Kaghrashen – Garni habe ich zwei extrem anspruchsvolle, aber äusserst lohnende Etappen befahren. Gerne gebe ich potentiellen Wiederholern weitere Auskünfte (siehe mail-Adresse vorn).